Tag 145 – 06.11.2020

Spetses –   Aegina 76NM (2817NM)

Gestern Morgen rief mich die Werft aus Ägina an, um uns auf einen etwaigen Lockdown vorzubereiten. Wir sollen schnellstmöglich zum Winterlager kommen.
Ich rechne mit zwei Tagen, um da hochzukommen, wir machen uns auf den Weg…
Gegen Mittag dann die offizielle Nachricht: „Ab Samstag Lockdown“.
Ich rufe den netten Herrn noch mal an und Melde uns für Fr. morgens zum Kranen an.

Jetzt wird’s doch noch eng, wir haben über 70 Meilen nach Norden und 20-30 Kts Wind sowie 1 m Welle gemeldet, und das auch über Nacht! Die Fahrt war sehr anstrengend, und wir müssen noch 5 Stunden auf der Leeseite von Ägina kreuzen, um dann pünktlich um 9 Uhr ganz im Norden zu sein! Also wechselten wir uns mit schlafen ab.

Bei der Werft angekommen, sollten wir bei immer noch 25 Kts Wind und 1 m Welle achtern in diese kleine Einfahrt vom Kran. Nach 2 versuchen und jedes Mal durch die Wellen Aufgenommenen 100 l Wasser im Cockpit fuhr ich Bug voraus im surf zum Kran. Der Chef motzte anfänglich, aber wir können ja den Vorstag aushängen, um zu Kranen, also gesagt, getan und ERNA wird aus den Wellen gehoben.

ERNA wird fachmännisch griechisch aufgepallt, und wir gehen noch schnell einkaufen und Diesel für die Heizung besorgen, wir wissen ja nicht, wie lange wir hierbleiben müssen.

Am Abend habe ich die Flüge, Fähre und das Hotel in Athen umgebucht.
Alles eine Woche früher wie anfangs geplant, aber jetzt ist es halt so 😉
Wir haben jetzt noch eine Woche um klar Schiff zu machen, das ist mehr als genug;)

Alles in allem können wir auf eine ereignisreiche und schöne Zeit mit ERNA zurückblicken, welche uns trotz beengtem Raum noch weiter zusammengeschweißt hat ;)Trotz Corona war es für uns die beste Zeit für diese Reise, da touristisch auf dem Wasser und zu Land sehr wenig los war. Wir hatten Tage, in denen wir kein anderes Schiff gesehen haben, und hatten Buchten und Häfen nur für uns.

Wir wünschen jedem, einmal solch eine Reise zu machen.

Wartet nicht, tut es!
Yvonne und Dirk

War nicht einfach hier hinein zu kommen!

Tag 141 – 03.11.2020

Erimioni Hafen  0NM (2725NM)

Heute sind wir mit der Fähre nach Hydra übergesetzt.
Hydra ist auch sehr schön, sind gelaufen, bis die Füße wund waren 😉

Was neu ist, ab heute gilt Maskenpflicht auch in der Öffentlichkeit, ansonsten war hier nicht mehr viel los, im Hafen blieb das wirre Ankerdurcheinander aus. Wir trafen auch hier wieder einen Kat, den wir gestern schon in Erimioni kennenlernten.

Tag 140 – 02.11.2020

Tselevinia – Erimioni  16NM (2725NM)

Frits gab uns Erimioni als Tipp für diese Gegend und wir müssen feststellen, hier ist es nicht so touristisch, also Preise im Keller und das Essen wirklich gut!
Wir liegen innen an der Hafenmole mit Mooring, Liegeplatz „7 €“ Wasser 3€…

Wir wollen von hier aus mit der Fähre nach Hydra, da mir das „Weihnachtsbaumanlegen“ dort nicht geheuer ist und es wohl immer Probleme gibt.
Auch hier treffen wir wieder „alte Bekannte“, ein Französisches Paar mit einer älteren Ovni 30, welche wir schon in Milos, Serifos und Kythnos gesehen haben, Sie machen sich auch auf den Weg in das Winterlager.
Und auch hier wird ERNA wieder von den Einheimischen begutachtet, immer mit dem Daumen hoch, was für ein schönes Boot sie wäre 😉

Tag 138 – 31.10.2020

Kythnos Bucht Fikiada – Tselevinia Südbucht  48NM (2709NM)

Heute Morgen ging es um 4 Uhr los Kurs 270 Grad, 20-25 Kn aus Nord und gute 1,5 m Welle. Wir verlassen nun endgültig die Kykladen 🙁


Als wir so ungefähr die hälfte geschafft haben, spüre ich sporadisch leichte Schläge am Ruder, der Wind ist inzwischen auf 10-15 Kn gefallen und die Welle ist ca. 0,5m wir machen 5 Kn Fahrt. Yvonne liegt in der Plicht und döst vor sich hin.
Zuerst denke ich, dass die Welle an das Ruder läuft, und beobachte diese. Es passt aber nicht zusammen, hätten wir uns ein Fischernetz eingefangen, würde es nicht so Sporadisch sein…

Als ich achteraus schaue, sehe ich Schatten im Wasser und wecke Yvonne „Delfine!“.
Sie übernimmt das Ruder, es sind keine Delfine, ich sehe deutlich die gelbe Schwanzflosse, es sind Thunfische!

Einer, gut über einen Meter und ein zweiter kleinerer. Der Größere rammt doch wirklich das Ruderblatt von ERNA, immer wieder…
Nach 30 Minuten ist der Spuk vorbei, ich nehme an, der Thunfisch hat nur sein Revier verteidigt.
Hätten wir eine Harpune dabei gehabt, wären das für 100 Kg 4000€ gewesen 😉

Was man nicht alles erlebt…

In der Bucht angekommen beschließen wir 2 Nächte hierzubleiben.

Der will doch nur spielen, oder doch nicht?
Unsere einsame Bucht

Tag 137 – 30.10.2020

Serifos – Kythnos Bucht Fikiada  30NM (2661NM)


Die 30 Meilen nach Kythnos liefen wir Amwind.
Diese Bucht ist etwas Besonderes, sie wird von einer Sandbank von 20 m Breite in eine west- und östliche Bucht aufgeteilt, sieht aus wie in Infiniti-Pool.

Wir liegen auf 3 m Wassertiefe in der östlichen Bucht und Baden bei 20 Grad und 22 Grad Wassertemperatur 😉
Morgen verlassen wir nun endgültig die Kykladen und segeln nach Westen in den Argolischen Golf, angepeilt ist Hydra, mal sehen, wie voll es wird, ansonsten weichen wir in eine Bucht aus.
Am 16.November wird ERNA auf Ägina herausgekrant, also müssen wir uns so langsam auf den Weg dorthin machen…

Tag 133 – 26.10.2020

Sifnos – Serifos  16NM (2631NM)

Weiter geht es nach Norden, und wir haben uns für Serifos entschieden, da es hier einen wirklich sicheren und ruhigen Hafen nebst Einkaufsmöglichkeiten und nah gelegener Tankstelle gibt.
Für Mittwoch ist Sturm vorhergesagt, also bleiben wir für 2-3Nächte, es gibt alles was wir benötigen.

Die Katzen wissen wo es was zu Fressen gibt

Tag 132 – 25.10.2020

Polyaigos – Sifnos Bucht Vathi  27NM (2615NM)

Ab heute geht es wieder Richtung Norden, wir verlassen das Kretische Meer und Segeln die Ägäis hoch bis nach Kythnos um dann nach Westen in den Argolischen Golf zu kommen.
Aber zuerst machen wir einen Bade- und Frühstücks Stopp in der Bucht Livadaki auf Polyaigos.
Danach geht es weiter nach Sifnos um am Anleger zu Übernachten.
Die letzte Stunde stand 1,5M Welle und 25Kts Wind gegen an welcher so extrem war, dass durch die Schaukelei 45 Grad Steuerbord und 45 Grad Backbord, zwei Schachteln Eier aus dem Obstnetz katapultiert wurden.
Ergebnis: 5 von 12 Eiern haben es überlebt 😉

Badestop

Tag 131 – 24.10.2020

Milos Bucht Provatas – Polyaigos 16NM (2588NM)

Der Wind drehte auf WSW mit 20 Kts und wir fuhren auf eine kleine unbewohnte Insel Polyaigos um uns eine Bucht für die Nacht zu suchen.
Fündig wurden wir auf der Süd-Ost- Seite der Insel. Wir ließen den Anker weit draußen auf Sand fallen und brauchten dann 55m Kette und 35m Landleine um uns in der Bucht auf Platz zu halten.
Hier Lagen wir zwischen Steilklippen welche 50m hoch waren.
Ein herrlicher Platz um den Abend zu genießen.
Einzig der Schwell, der in der Nacht kam trübte ein wenig diesen schönen Ankerplatz.

Tag 130 – 23.10.2020

Milos Hafen Adamas – Milos Bucht Provatas 20NM (2572NM)

Bei 20 Kts Wind und ordentlicher Welle von 1,5m stampften wir auf Amwindkurs aus der Bucht von Milos, um dann bei Raumnwindkurs über die Westküste bis zur südlichen Bucht Provatas zu gelangen.
Diese ist ziemlich groß und wir konnten auf 3m Wassertiefe sehr weit vorne ankern.
Trotz Nordwind stand etwas Schwell in der Bucht, sodass wir den Heckanker benutzen, um eine ruhige Nacht zu bekommen.
Ein weiterer deutscher Kat lag weiter im Osten in der Bucht und verholte nach unserer Abfahrt auf unseren Platz, er wunderte sich wohl, warum wir so gut lagen. Ich nehme an, sie hatten den Heckanker nicht gesehen 😉